Kurzbeschreibung Nachlass Friedrich Johann Latscher-Lauendorf

Der Nachlass Friedrich Johann Latscher-Lauendorf wurde dem "Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich" von dessen Tochter, Priska Latscher-Lauendorf, geschenkt. Es handelt sich dabei um den gesamten wissenschaftlichen Nachlass von Friedrich Johann Latscher-Lauendorf und dessen Vereinen: "Priv[ates] 'Österreichisches Soziologisches Institut'" (Unterburg-Wien 1946-1965), "Österreichische Soziologische Gesellschaft" (seit 1953: Österreichische Sozialwissenschaftliche Gesellschaft; Unterburg-Wien-Innsbruck 1947-1965) und "Freundeskreis: Internationales Hochschul-Zentrum Kärnten" beziehungsweise "Freundeskreis: Internationale Sozialwissenschaftliche Hohe Schule" (Pörtschach am Wörther See-Klagenfurt 1956-1965). Der Schriftverkehr und andere Unterlagen dieser Institutionen wurden - abgesehen von den im Nachlass Friedrich Johann Latscher-Lauendorf befindlichen Materialien - nach Auflösung der Organisationen von Frau Priska Latscher-Lauendorf vernichtet. Der Nachlass wurde von dessen Tochter, Priska Latscher-Lauendorf, vorgeordnet. Diese Ordnung wurde vom Archiv beibehalten.

Die Archivierung und Katalogisierung erfolgte mit Unterstützung der Kulturabteilung der Kärntner Landesregierung, Klagenfurt, durch Reinhard Müller.


Der Nachlass ist in zehn Abteilungen gegliedert:
  1. Mappe I: Kleine Artikel; 441 Blatt
  2. Mappe II: Manuskripte für das Jahrbuch 1948/49; 304 Blatt
  3. Mappe III: Aufsätze; 354 Blatt
  4. Mappe IVa: Der arbeitende Mensch am Steuer der neuzeitlichen sozialen Dynamik; 98 Blatt
  5. Mappe V: Kleine Artikel; 114 Blatt
  6. Mappe VI: Vorträge; 174 Blatt
  7. Mappe VII: Konzepte für Aufsätze und Vorträge; 296 Blatt
  8. Mappe VIII: Manuskripte; 313 Blatt
  9. Mappe IX: Diverses; 105 Blatt
  10. Schautafeln [1950]; 26 Blatt
   Bücher Nachlass Friedrich Johann Latscher-Lauendorf


Die Abteilungen 1-9 enthalten großteils unveröffentlichte Manu- und Typoskripte, welche einerseits von Friedrich Johann Latscher-Lauendorf stammen, andererseits von den von ihm gegründeten Organisationen. Dazu kommen eine Manuskriptsammlung für die geplanten Zeitschriften "Jahrbuch der Soziologie 1948/49" und "Prisma" (304 Blatt), Manuskripte für Bücher, Broschüren, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel (1.222 Blatt), das Manuskript "Der arbeitende Mensch am Steuer der neuzeitlichen sozialen Dynamik" (98 Blatt), eine Manuskript-Sammlung veröffentlichter Zeitungsartikel (113 Blatt) und Vortragsmanuskripte (470 Blatt). Unter den Manu- und Typoskripten seien erwähnt von Johann Friedrich Latscher-Lauendorf: Weltlicher Beruf als höhere Sendung und Verfassungs-Element. [1935] (174 Blatt), Totaler Krieg - freiwilliger Wehrdienst. Von einem Generalstabsoffizier des Ruhestandes. 1937 (7 beziehungsweise 5 Blatt), Das Deutsche Verhängnis des Prussianismus (1648-1945). Soziologische Studie. 1945 (6 beziehungsweise 43 Blatt), Parteien-Demokratie und Gemeinschafts-Pentarchie. Soziologische Studie zum Verfassungs-Problem. 1945 (12 Blatt), Kampf gegen Katastrophe. 1947 (30, 13 beziehungsweise 35 Blatt), Erneuerung unserer Lebensauffassung. [1947] (6 Blatt), Reiche fallen - Völker wachsen. 1947 (10 Blatt), Problem Sowjetischer Wirtschaft. [Um 1947/48] (13 Blatt), Schulen der Arbeit. [Um 1947/48] (9 Blatt), Eine Wende zur neuen Ordnung? [1948] (14 Blatt), Kommt eine "Neue Ordnung"? (Gedanken zum Thema: Verfassungsreform). [1948] (10 Blatt), Kommentar zu "Kommt eine "Neue Ordnung"? [1948] (10 Blatt), "Verfassungs-Reform" (Ausschnitt aus einem Aufsatz mit dem Titel: "Verfassung als Soziologisches Problem"). 1948 (7 Blatt), Stalingrad - Berlin. 1948 (26 Blatt), Wesen des Menschen und soziologisches Beobachten, Denken, Urteilen. 1. Vorlesung an der Volkshochschule Klagenfurt. 1948 (25 Blatt), Ein Erbe aus der Zeit des ausklingenden ersten Weltkrieges. [1948] (23 Blatt), Die Soziologie. Das Reich ihrer Probleme. Entwurf. [Um 1948] (6, 21 beziehungsweise
17 Blatt und mehrere Diagramme), Die Soziologische Gesellschafts-Idee. [Um 1948/49] (6 Blatt), Vom Wesen des Menschen. [Um 1948/49] (7 Blatt), Der arbeitende Mensch am Steuer der neuzeitlichen sozialen Dynamik. I. Teil (Soziologische Studie mit 5 Diagrammen). 1949 (48 beziehungsweise 49 Blatt), Die Soziologische Gesellschafts-Idee. [Um 1949] (3 Blatt), Die soziologische Gesellschaftsidee und ihre dreifache Ordnung. 1949 (42 Blatt), Die Jugend im Wandel der Sozialstruktur der letzten 150 Jahre. Vortrag, gehalten am 30. August 1950 im Österreichisch-Französischen Jugendlager auf Schloß Heroldeck am Millstättersee, Kärnten. 1950 (27 Blatt), Die Humus-Bilanz als Siedlungstechisches Sozialproblem. (Vortrag gehalten am 3.6.1950 in Völkermarkt, auf Einladung des "Kulturausschusses der Stadt Völkermarkt") (22 Blatt), Heutiges Verfassungsleben wirklichkeitsnah? [Um 1950/51] (12 Blatt), Um den Weltfrieden. [1950/51] (4 Blatt), Das Fehlstunden-Problem im Wandel der Sozial-Strukturen und Produktionsprozesse. I. Teil. 1951 (18 Blatt), Biologisches Zeitmass im Arbeitsprozeß. [1951] (13 beziehungsweise 42 Blatt), Technologische oder Soziologische Revolution? [1951] (8 Blatt), Lebensnahe Soziologie. Vortrag vor der Wiener Urania, 1952 (41 Blatt), Mission und Verantwortung der Sozialwissenschaften. Manuskript (Auszug). 1953 (11 beziehungsweise 10 Blatt), Mission und Verantwortung der Sozialwissenschaften. [Um 1952] (17, 8 beziehungsweise 78 Blatt), Der kaempfende Mensch. Manuskript (Entwurf). 1952/53 (14, 16 beziehungsweise 46 Blatt und zahlreiche Diagramme), Wirtschaftlichkeit - Produktivität - Rentabilität. Eine Studie zu den menschlichen Problemen im wirtschaftlichen Arbeitsprozess. I. Teil. Eine teilweise Auswertung der "Internationalen Sozialwissenschaftlichen Tagung" (Die psycho-somatischen Berufsstörungen im wirtschaftlichen Arbeitsprozess) in Obladis b / Landeck, Tirol, Mitte September 1952. Bearbeitet im "(P) Oesterreichischen Soziologischen Institut" als Beitrag für die "Wirtschaftlichkeit", Organ des "Oesterreichischen Kuratoriums für Wirtschaftlichkeit" (Frühjahrs-Heft 1953) (19 Blatt), Vollbeschäftigung. (Marktwirtschaft - Planwirtschaft). [195?] (6 Blatt), Gewerkschafts-Bewegung - überholt? - zukunftsweisend? [195?] (5 Blatt), Von Gewerkschaftsbund und Arbeiterkammer zum Dritten Haus im Parlament. 1955 (14 Blatt), Hochschulfrage für Kärnten (von einem gelegentlichen Mitarbeiter). [1955] (3 Blatt), Oesterreichs bewaffnete Neutralitaet. (Entwicklung geistiger Waffen in Kärnten.). [1955] (3 beziehungsweise 4 Blatt), Sozialwissenschaft - Theorie und Praxis. (Von einem gelegentlichen Mitarbeiter.) [1955] (3 Blatt), Diskussions-Beitrag zum Abschluss der Bundes-Tagung 1957 "Jugend am Werk" (Klagenfurt, 16.-19. Okt. 1957) (6 Blatt), In Memoriam Bund. Präs. Dr. h.c. Gen. a.D. Theodor Körner. †4. Jänner 1957 in Wien. 1957 (26 Blatt), Beitrag zur Veranstaltung am 30. Mai 1958 Abends: "Zu Zeit und Welt" (Oesterreich als Weg zu Europa) im Festsaal der Handelskammer Klagenfurt. 1958 (11 Blatt), Curriculum vitae (Auszug). Stand der Dinge Mitte Juni 1958 (4 Blatt), Österreich als Weg zu Europa. Noch nicht zum Teil bzw. stellenweise umgearbeitete Fassung. 1960 (83 Blatt) und (mit Walther Nowotny) Entwurf. "Oesterreich als Weg zu Europa?" Rundfunk-Gesprächsendung für den Sender Klagenfurt. [1960] (30 Blatt). Dazu kommen noch zahlreiche Zeitungsartikel vor allem zum Themenbereich "Fremdenverkehr". Für das nichterschienene "Jahrbuch für Soziologie 1948/49" wurden folgende Manu- und Typoskripte verfasst: Die Soziologie - das Reich ihrer Probleme, mit zwei Diagrammen. [1948] (77 Blatt), Demokratie. Selbst-unterwerfung - Selbst-beherrschung. [1948] (77 Blatt), Die Soziologische Gesellschaftsidee. [1948] (86 Blatt), Oesterreichische Altmeister der Soziologie und die oesterreichische Nachfolge. 1948 (63 Blatt) und (mit Walther Schienerl) Wir sprechen ueber Soziologie. Jahrbuch für Angewandte Soziologie. Herausgeber: Univ. Doz. Dr. Walther Schienerl, Wien, und Friedrich Johann Latscher-Lauendorf, Unterburg - Wien. Im Einvernehmen mit dem (Privaten) "Oesterreichischen Soziologischen Institut" (für angewandte Soziologie), Unterburg in Unterkärnten, und in Arbeitsgemeinschaft mit der "Oesterreichischen Soziologischen Gesellschaft", Hauptsitz Klagenfurt. I. Folge. 1949 (56 Blatt). Darin befinden sich drei Typoskripte von Walther Schienerl: Soziologie und Existenzialismus. [Um 1949] (6 Blatt), Soziologie und Existenzialismus. [Um 1948] (7 Blatt) und Die Soziologie in den USA von Lester F[rank] Ward bis heute. [Um 1948] (7 Blatt). Hervorzuheben ist auch das Typoskript eines Referats, das Friedrich Johann Latscher-Lauendorf im Februar 1945 in den "Übungen zur Sozial-Philosophie und Soziologie" (Leiter: Walther Schienerl) an der Universität Wien gehalten hatte: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt" von Dr. Arnold Gehlen (14 Blatt). Weiters enthalten die Abteilungen Briefe von beziehungsweise an Erwin Crobath, Otto Habsburg-Lothringen, Wolfgang Hecher, Martin Hosp, Herbert Alois Kraus, ? Krausz, Hansjörg Krenn, ? Langen-Keffenbrinek, Ernst Grafen von Thun und Kurt Weiss.

Die Abteilung 10 enthält eine Sammlung von 25 sozialwissenschaftlichen Schautafeln und Organigrammen des "(Priv.) 'Österreichischen Soziologischen Instituts'" aus dem Jahr 1950 beziehungsweise 1958.

Außerdem wurden dem "Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich" acht Bücher geschenkt.

Besondere Kenntnisse: Einige wenige Dokumente sind in Kurzschrift abgefasst. Einzelne Dokumente sind französisch-, einzelne englischsprachig.


Graz, im März 1992
Reinhard Müller

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